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Reiseversicherung

Veröffentlicht in Reiseplanung und nützliche Tipps

Grundsätzlich ersetzt eine Reiseversicherung den finanziellen Schaden, der entsteht, wenn rund um den Urlaub etwas Unerfreuliches passiert.

 

Das ist gut. Andererseits muss man sich auch nicht gegen jedes Risiko auf dieser Welt versichern und in vielen Fällen besteht Versicherungsschutz durch schon abgeschlossene Versicherungen. In diesem Fall "hält doppelt nicht besser", sondern verkompliziert eher noch die Regulierung im Schadensfall. Hier meine persönliche Einschätzung zum Thema Reiseversicherungen. Wichtig: Das keine professionelle Beratung, sondern meine persönliche Meinung, begründet auf eigenen Erfahrungen.

 

Mal vorneweg: Wenn Sie keine Lust haben sich mit dem Thema zu beschäftigen, ist das nicht schlimm. Geht mir genauso. Versicherungen sind kein besonders kurzweiliges Thema. Sie haben zwei Alternativen: Sie fahren in den Urlaub, schließen keine Versicherung ab und tragen das Risiko selber. Oder Sie schließen irgendeine Reiseversicherung mit dem Titel "plus"  oder "komplett" ab. Dann sind Sie in der Regel versichert Wahrscheinlich sogar doppelt und gegen Risiken, die am Urlaubsort nicht sehr wahrscheinlich sind. Allerdings zahlen Sie dann halt ein paar Euro mehr, als wenn Sie sich um das Thema gekümmert hätten. Dafür können Sie sich dann mit schöneren Details der Reiseplanung beschäftigen.
 

Der Begriff "Reiseversicherung" umfasst eine Menge Einzelversicherungen. Hier mal die wichtigsten: Reiserücktrittskostenversicherung, Reiseabbruchversicherung,  Reisekrankenversicherung, Reiseunfallversicherung, Reisegepäckversicherung. Man kann sich über einen Zeitraum versichern (ein Jahr) oder eine spezielle Reise ("Einmal-Versicherung") versichern. Ich halte persönlich nichts davon, sich über einen längeren Zeitraum versichert. Es bringt ja nichts, das meine Kameraausrüstung gegen Diebstahl im Urlaub versichert wäre, während ich zu Hause im Büro sitze und die Kamera im zu Hause im Schrank liegt. Ich finde deshalb, "Einmal-Versicherungen" sind die sinnvollere Alternative. Die Versicherungen im Einzelnen:
 

Reiserücktrittskostenversicherung/Reiseabbruchversicherung

 

Tritt für den Fall ein, wenn Sie eine Reise nicht antreten oder abbrechen müssen. Gründe können sein (nicht erschrecken): Tod, Krankheit oder Unfall des Versicherten oder eines nahen Angehörigen. Die Versicherung deckt dann teilweise oder vollständig Stornogebühren, die Sie bezahlen müssen.

 

Kurz zu den Stornogebühren: Also, Sie können jederzeit von einer Reise zurücktreten. Der Vermieter oder Veranstalter verliert den Anspruch auf den Reisepreis. ABER Sie müssen dem Vermieter oder Veranstalter den Schaden ersetzen, der durch Ihre Absage entsteht. Das sind dann die Stornogebühren. Die genaue Höhe ist in Deutschland nicht im Gesetz vorgeschrieben. Er muss dem tatsächlichen Schaden entsprechen. Vermieter regeln die Stornogebühren im Mietvertrag oder ihren AGB. Auch wenn hier nichts steht, gilt trotzdem Sie müssen für den Schaden aufkommen.

 

Beispiel: Ein naher Angehöriger verstirbt drei Tage vor Reiseantritt. Sie können die Reise nicht antreten. Sie haben für Ihre Familie ein Ferienhaus für zwei Wochen gemietet (Miete 1500 Euro). Dem Vermieter stehen lautet seinen AGB 90% des Mietpreises (1350 Euro) als Entschädigung zu. Die müssen Sie dann zahlen oder Sie sind für den Fall versichert. Dann erhalten Sie das Geld von der Reiserücktrittskostenversicherung (ganz oder teilweise, je nach Versicherung).

 

Man muss in diesem Fall auch die Vermieter verstehen. Eine Unterkunft, die nicht vermietet ist, ist wie ein Stück Obst, das verfault ist. Ein Ferienhaus ist keine Ölquelle und ein solcher Reiserücktritt kann die Überschüsse eines ganzen Jahres auffressen.

 

Haben Sie keine Versicherung, zahlen Sie für einen Urlaub, den Sie nicht machen. Und in den nächsten Ferien ist kein Geld da, um in den wohlverdienten Urlaub zu fahren.
 

Die Reiserücktrittskostenversicherung und/oder Reiseabbruchversicherung ist meiner Meinung nach eine sinnvolle Sache und sollte abgeschlossen werden.

 

Reisekrankenversicherung

 

Die Reisekrankenversicherung kommt für Arzt- und Behandlungskosten auf, die im Ausland anfallen, wenn Sie dort erkranken. Da der Krakower See in Deutschland liegt, sind Sie krankenversichert, wenn Sie generell in Deutschland krankenversichert sind. Dann ist eine Reisekrankenversicherung sinnlos.

 

Menschen, die im Ausland krankenversichert sind, können im Heimatland eine Reisekrankenversicherung abschließen oder in Deutschland eine so genannte Incoming-Versicherung wählen.

 

Reiseunfallversicherung

 

Sie kommt für Schäden in Zusammenhang mit Unfällen auf der Reise auf. Ob das sinnvoll ist, hängt von der generellen Unfallversicherung des Reisenden ab. Eine Reiseunfallversicherung ist auch in einigen KFZ-Schutzbriefen (bei Autoclubs oder Versicherungen) enthalten.

 

Schutzbriefe für das Auto

 

Aufgrund der vielen Anreisen mit dem PKW natürlich relevant. Der Schutzbrief umfasst meistens Pannenhilfe und übernimmt die Kosten der Weiterfahrt per Mietwagen oder Bahn. Ist meiner Meinung nach eine gute Sache. Mitglied in einem Automobilclub muss man (wen man nicht will) nicht werden. Versicherungen bieten ähnlichen Schutz.

 

Reisegepäckversicherung

 

Sie ersetzt den Schaden, wenn Gepäck gestohlen oder sonst wie abhanden oder zerstört wird. Wichtig ist das Kleingedruckte: Es gelten Höchstgrenzen und Bedingungen. Ersetzt wird nur der Zeitwert eines Gegenstandes. Nicht der Einkaufspreis und auch nicht der persönliche Wert, der ach so schönen Fotos von den lieben Kleinen, die sich in der gestohlenen Kamera befanden. Des Weiteren knüpft die Versicherung ihre Zahlung an gewisse Bedingungen: Wurde das Gepäck fahrlässigerweise nicht beobachtet usw.

 

Für eine Reise an den Krakower See gilt: Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle tendiert gegen null. Wenig Risiko für Gepäck, kaum Grund für eine Reisegepäckversicherung.

 

Hier noch mal meine persönliche Empfehlung für eine Reise an den Krakower See:

 

  • Reiserücktrittskostenversicherung  ist sinnvoll.
  • Reiseunfallversicherung ist in der Regel unnötig.
  • Schutzbrief für das Auto ist sinnvoll.
  • Reisegepäckversicherung ist in der Regel unnötig.

 

 

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